Expertenmeinung
Der Chef als bester Verkäufer, oberster Aufpasser und Problemlöser? Für Philip Semmelroth ist das im Mittelstand kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Klumpenrisiko. Unternehmen werden wertvoller, wenn Vertrieb, Führung und Prozesse auch ohne den Inhaber funktionieren und wiederkehrende Einnahmen planbar sind. Gerade in der Krise rächt sich, dass viele Firmen Vertrieb und Bestandskunden jahrelang vernachlässigt haben. KI sieht Semmelroth vor allem als Werkzeug, um Verwaltung zu reduzieren und Verkäufern mehr Zeit für echte Kundengespräche zu geben. Denn Vertrauen, Menschenkenntnis und die Fähigkeit, "on point" zu überzeugen, kann KI nicht ersetzen. Seine provokante These: Ein mittelmäßiges Produkt mit starkem Vertrieb schlägt oft das perfekte Produkt, das niemand verkauft. Wachstum scheitert für ihn selten an Ideen, sondern an Umsetzung, Führung und fehlendem Loslassen. Und beim Investieren? Erst in die eigene Firma, dann diversifizieren.