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Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis deutlich nach oben, zeitweise fast bis auf 120 USD. Für Carsten Klude, Chefvolkswirt von M.M. Warburg, liegt der Grund auf der Hand: Die Straße von Hormus ist de facto kaum passierbar, rund 20 % des weltweiten Öltransports sind betroffen. Entscheidend ist jetzt nicht der erste Schock, sondern die Dauer der Krise. Hält der Preisanstieg nur kurz an, könnten Börsen und Konjunktur vergleichsweise stabil bleiben. Bleibt Öl teuer, drohen neue Inflationsschübe. Klude rechnet in der Eurozone im März und April mit einem spürbaren Anstieg über 2 %, im Extremfall Richtung 3 %. Für Anleger heißt das: keine hektischen Manöver, sondern Ruhe bewahren und auf Sicht fahren. Für antizyklische Käufe ist es derzeit noch zu früh. Chancen sieht Klude eher bei Rohstoffen, Öl- und Gaswerten sowie weiterhin im Verteidigungssektor. Zinssenkungen in den USA sind damit vorerst vom Tisch. (Das Brent-Rohöl reichte am Morgen des 9. März 2026 zeitweise über 107,12 USD. In der Spitze gab es Berichte über Preissprünge bis zu 119,46 USD bzw. Anstiege von bis zu 29 % in der Nacht auf Montag.)